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Die Planung von Mehrtagestouren

Bei der Planung von Mehrtagestouren ist zunächst eine Informationssammlung erforderlich. Gibt es Routen, GPX-Dateien, Beschreibungen usw.? Dann muss der Startpunkt festgelegt, die Anfahrt geklärt und die erste Übernachtung organisiert werden. Wenn ich eine Tour in die Alpen starte, muss ich für die Anfahrt meist 4 bis 5 Stunden einplanen. Dann folgt der Aufstieg zur ersten Hütte, für den ebenfalls 4 bis 5 Stunden einzuplanen sind. Vielleicht gibt es Lifte oder ein Hüttentaxi, sodass sich auch ein anderer Startpunkt eignet und man nur zwei Stunden für den Aufstieg benötigt? Das ist der erste Teil der Planung. Dann ist schon mal ein Teil der Logistik erledigt, denn ab der ersten Hütte werden die Übernachtungen sich nach den vorhandenen Hütten richten, will man nicht ins Tal absteigen. Die Hütten sollten mittlerweile vorreserviert werden.

Bei Talübergängen oder Gebirgswechseln während längerer Touren übernachte ich auch gerne mal in einem Hotel. Auch für die Hüttenwirte ist eine Vorreservierung zur besseren Planung gerne gesehen. Überfüllte Hütten wie die Memminger Hütte, die gerne von Organisationen vorausgebucht wird (E5), sind kein Vergnügen.

Hier kommen also schon zwei grundlegende Betrachtungsweisen zum Tragen: die Anfahrt mit dem ÖPNV (also DB, SBB, ÖBB, SNCF und Bussen) und die Erstübernachtung (wahlweise im Hotel oder in einer Berghütte) sowie das Zeitmanagement für Anfahrt und Aufstieg. Ab dem zweiten Tag zählen dann die Entfernung zur nächsten Übernachtungsstation, die Höhenmeter, die Schwierigkeitsgrade, die Wegbeschaffenheit und vor allem das Wetter.

Bei der Ausarbeitung der Strecke wird auf die verfügbaren Hütten Bezug genommen. In der Regel sind es die Hüttenverbindungswege, da diese die einzigen verfügbaren Wege sind. Zu Gipfeln oder anderen Höhepunkten führen Abstecher. Seltener sind diese Punkte Teil der Verbindungswege. Doch auch so ist die Gebirgswelt beeindruckend und es finden sich interessante Ruheplätze, Ausblicke und Panoramen.

Routenplanung mit Outdoor-Apps

Waymarked Trails: Wanderwege, Radwege, MTP-Trails u.a.

Auf der Grundlage von OSM Kartendaten unter ODbL-Lizenz werden alle möglichen Routen innerhalb Europas von den großen Fernwanderwegen bis zu kleineren Rundwegen erfasst, das Höhenprofil dargestellt und die Route zum Download als GPX- oder KML- wie GeoJson-Datei angeboten. Sogar die Wanderrichtung (A→B, B→A, beide Richtungen) kann ausgewählt werden, um die Daten für die spätere Navigationssteuerung zu nutzen. Die Beschreibung der Unterwegsmarkierung (z.B. Blauer Kreis, weißer Untergrund), die zuständige Organisation (hier: Club Vosgien), Routenlänge im km, ergänzen die Angaben.

Waymarked Trails in den Alpen

Von den Zentralalpenwegen (zum Beispiel Zentralalpenweg 02 von Feldkirch nach Hainburg an der Donau) über Wanderwege wie den Stubaier Höhenweg (STHW) oder den Traumpfad München-Venedig (TMV) bis hin zu vielen kleineren Touren bietet Waymarked Trails eine große Auswahl.

Hier steht die Frage im Vordergrund: „Was gibt es denn für Möglichkeiten?” Damit verschaffe ich mir zunächst einen Überblick und kann das Gebirge und die Region auswählen und auf mein Zeitbudget, die Anfahrtsmöglichkeiten usw. abstimmen.

Der nächste Planungsschritt für die Alpen ist dann je nach Region mit den Apps Swisstopo für die Schweiz, Alpenvereinaktiv oder Bergfex für Österreich und Sentres für Südtirol (https://www.sentres.com/en/mobile-app.html) sowie allgemein mit Outdooractive zu bewältigen. Hierbei sind individuelle Meinungen, Eindrücke, Bewertungen usw. (UGC) weniger relevant als strukturelle Informationen wie Wege und Hütten, mithilfe derer sich die Route solide planen lässt. Wenn ich wissen möchte, wie andere einen bestimmten Ort fanden oder bewertet haben, kann ich parallel dazu immer noch eine Zweitmeinung bei Komoot einholen.

Ist die Route ausgewählt, wird die GPX-Datei von Waymarked Trails exportiert und in z.B. den Tourenplaner Alpenvereinaktiv importiert. Hier kann ich mir über den Hüttenlayer die bewirtschafteten Hütten anzeigen lassen, die Distanzen und Höhenmeter ermitteln und sollte die Route akzektabel erscheinen, gleich Kontakt zur Hütte direkt aufnehmen oder über die Hüttenportale verbindlich buchen und damit steht mein Gehplan.

Der Gehplan

Grundlage meiner gesamten Planung ist der „Gehplan“. Ergänzt wird dieser durch die Adressen und Telefonnummern der Hütten, die Reservierungsnummern und andere Details, die für die Übernachtungen relevant sind.

Der „Gehplan“ listet meine Stationen auf und enthält meinen Notfallplan, da ich oft alleine in den Alpen unterwegs war. Im 24-Stunden-Takt meldete ich mich. Sollte meine Meldung einmal ausfallen (z. B. weil ich es vergessen hatte oder es kein Mobilfunknetz gab), konnte ich für meinen Notfallpartner trotzdem noch erreichbar sein. Sollte ich nicht zum abgesprochenen Zeitpunkt (z. B. täglich um 18 Uhr) einen Anruf oder eine SMS geschickt haben, konnte mein Notfallpartner die Hütte anrufen und erfragen, ob ich vor Ort sei.

Meines Erachtens hat sich diese Methode über die vielen Jahre bewährt. Es kam nur ein einziges Mal zu einem Anruf in einer Hütte, weil ich es schlicht vergessen hatte, mich zu melden. Ich habe aber oft genug mitbekommen, wie andere gesucht wurden, weil sie sich nicht regelmäßig gemeldet hatten, der Akku leer war oder – im schlimmsten Fall – ein Unfall die Ursache war.

Der „Gehplan“ hat sich bisher immer als sinnvolle und einfache Planungsgrundlage erwiesen. Ergänzt um die erforderlichen Kontaktadressen sowie eine Karte zeigte er meiner Familie, wo ich bin oder sein sollte, falls ich wieder einmal vergessen hatte, mich wie vereinbart zu melden.

Zum Thema “Sicherheit + Notfall”