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OpenStreetMap (OSM)

Kartendaten von OpenStreetMap (OSM)

Die Kartendaten von OpenStreetMap (OSM) werden kontinuierlich und dezentral durch die globale Community aktualisiert. Die Aktualisierungsfrequenz hängt stark von der Region und der Aktivität der lokalen Beitragenden ab:

  • Allgemeine Aktualisierung: In stark frequentierten Gebieten (z. B. Städte, beliebte Wanderregionen) können Änderungen innerhalb von Tagen oder Wochen in die Karte einfließen. In ländlichen oder abgelegenen Gebieten kann dies jedoch mehrere Monate dauern, da weniger Nutzer:innen vor Ort Änderungen melden.
  • Abgleich mit amtlichen Daten (LGL Baden-Württemberg, BKG): OSM nutzt keine automatische Synchronisation mit amtlichen Quellen wie dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) oder dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG). Allerdings:
    • Kooperationen & Datenimport: In Einzelfällen werden amtliche Daten (z. B. von LGL oder BKG) nach Absprache und unter Einhaltung der Lizenzen in OSM importiert – etwa für Basiskarten oder spezielle Projekte (z. B. Katastrophenschutz).
    • Qualitätssicherung: Das LGL stellt seit 2024/2025 viele Geobasisdaten als Open Data bereit, die von der OSM-Community genutzt werden können. Allerdings erfolgt dies manuell durch Freiwillige, nicht automatisch.
    • Fehlermeldungen: Über Tools wie die „BW Map mobile“-App können Nutzer:innen Unstimmigkeiten direkt an das LGL melden, was indirekt zur Verbesserung beider Datenquellen beiträgt.

Aktualität:

Datenquelle Aktualisierungszyklus Abgleich mit OSM
OpenStreetMap Tage/Wochen (aktiv) bis Monate Kein automatischer Abgleich
LGL Baden-Württemberg Quartalsweise/Jährlich Daten können manuell importiert werden
BKG (Bundesamt) Jährlich Teilweise Nutzung durch OSM-Community

Praxistipp:

  • Für hochaktuelle Daten (z. B. neue Wanderwege, Baustellen) ist OSM oft schneller als amtliche Quellen – aber weniger zuverlässig in abgelegenen Gebieten.
  • Für offizielle Planung (z. B. Rettungseinsätze, behördliche Projekte) sollten immer die LGL- oder BKG-Daten als Primärquelle genutzt und mit OSM kombiniert werden.

Fazit: OSM ist dynamisch, aber nicht fehlerfrei. Ein Abgleich mit LGL/BKG-Daten lohnt sich für kritische Anwendungen – z. B. über das Open GeoData Portal Baden-Württemberg oder das BKG-Geoportal.


OSM- und LGL-Daten kombinieren

 

Hier sind konkrete Schritte und Beispiele, wie Sie OpenStreetMap (OSM)-Daten mit amtlichen Daten des LGL Baden-Württemberg oder BKG kombinieren können – sowohl für die Nutzung in Apps wie Komoot oder Outdooractive als auch für das Einpflegen eigener Änderungen in OSM:

 

1. OSM- und LGL/BKG-Daten kombinieren (für Routenplanung)

a) Amtliche Daten herunterladen (LGL Baden-Württemberg)

  • Schritt 1: Besuchen Sie das Open GeoData Portal des LGL.
  • Schritt 2: Wählen Sie die gewünschten Datensätze aus, z. B.:
    • Topografische Karten (z. B. „Digitale Topografische Karte 1:25.000“)
    • Wanderwege (z. B. „Wanderwege Baden-Württemberg“)
    • Schutzgebiete (z. B. „Naturschutzgebiete“)
  • Schritt 3: Laden Sie die Daten im GeoJSON-, Shapefile- oder GPX-Format herunter.
  • Schritt 4: Nutzen Sie Tools wie QGIS (kostenlos), um die amtlichen Daten mit OSM-Daten zu überlagern und zu vergleichen.

Beispiel:

  • Sie planen eine Wanderung im Schwarzwald und möchten sicherstellen, dass alle markierten Wege auch offiziell freigegeben sind.
  • Laden Sie die amtlichen Wanderwege des LGL und die OSM-Wanderwege herunter.
  • In QGIS überlagern Sie beide Layer und prüfen, ob alle Wege übereinstimmen. Abweichungen können Sie dann manuell in OSM ergänzen (siehe Punkt 2).

 

b) Daten in Komoot/Outdooractive nutzen

  • Schritt 1: Erstellen Sie in Komoot oder Outdooractive eine Route.
  • Schritt 2: Exportieren Sie die Route als GPX-Datei.
  • Schritt 3: Laden Sie die GPX-Datei in QGIS und überlagern Sie sie mit den amtlichen LGL-Daten.
    • Ziel: Prüfen, ob Ihre Route auf offiziellen Wegen verläuft oder durch Schutzgebiete führt.
  • Schritt 4: Passen Sie die Route in der App an, falls nötig.

Praxistipp:

  • Nutzen Sie die „Kartenebenen“-Funktion in Outdooractive, um zwischen OSM- und amtlichen Karten zu wechseln.
  • In Komoot können Sie „Offizielle Wege“ als Filter aktivieren, um nur markierte Wege anzuzeigen.

 

2. Eigene Änderungen in OpenStreetMap einpflegen

a) OSM-Konto erstellen

  • Schritt 1: Registrieren Sie sich unter openstreetmap.org.
  • Schritt 2: Loggen Sie sich ein und klicken Sie auf „Bearbeiten“ (oben links).

b) Änderungen vornehmen (mit dem iD-Editor)

  • Schritt 1: Zoomen Sie in den Bereich, den Sie bearbeiten möchten (z. B. einen fehlenden Wanderweg im Schwarzwald).
  • Schritt 2: Nutzen Sie die Werkzeuge des iD-Editors (Standard-Editor für OSM):
    • Weg hinzufügen: Klicken Sie auf „Linie“ und zeichnen Sie den Weg nach.
    • Attribut hinzufügen: Wählen Sie den Weg aus und fügen Sie Tags hinzu, z. B.:
      • highway=path (für Wanderwege)
      • foot=designated (offiziell freigegeben)
      • name=Wanderweg XY (Name des Weges)
  • Schritt 3: Speichern Sie Ihre Änderungen mit einer klaren Beschreibung (z. B. „Fehlender Wanderweg zwischen X und Y hinzugefügt“).

Beispiel:

  • Sie entdecken, dass ein neuer Wanderweg im Naturpark Schwarzwald in OSM fehlt.
  • Zeichnen Sie den Weg im iD-Editor ein und fügen Sie die Attribute hinzu.
  • Verweisen Sie in der Beschreibung auf die amtliche Quelle (z. B. „Quelle: Wanderkarte LGL Baden-Württemberg, 2025“).

 

c) Änderungen mit amtlichen Daten abgleichen

  • Schritt 1: Nutzen Sie das MapSwipe-Tool des LGL, um OSM-Daten mit amtlichen Karten zu vergleichen: LGL MapSwipe.
  • Schritt 2: Melden Sie Fehler oder Unstimmigkeiten direkt an das LGL über die „BW Map mobile“-App oder per E-Mail an TIM@lgl.bwl.de.

 


3. Tools für den Abgleich

Tool/Plattform Zweck Link
QGIS Überlagerung von OSM- und LGL-Daten qgis.org
iD-Editor (OSM) Bearbeiten von OSM-Daten direkt im Browser openstreetmap.org
LGL Open GeoData Download amtlicher Geodaten opengeodata.lgl-bw.de
BW Map mobile Fehlermeldungen an LGL senden LGL BW
MapSwipe (LGL) Vergleich OSM vs. amtliche Daten LGL MapSwipe

4. Beispiel: Wanderweg im Schwarzwald ergänzen

Szenario: Ein neuer, offiziell markierter Wanderweg zwischen Feldberg und Titisee fehlt in OSM.

Schritte:

  1. Amtliche Daten prüfen: Laden Sie die aktuellen Wanderwege des LGL herunter und bestätigen Sie, dass der Weg offiziell existiert.
  2. OSM bearbeiten: Loggen Sie sich in OSM ein, zoomen Sie in die Region und zeichnen Sie den Weg mit dem iD-Editor ein.
  3. Attribute hinzufügen:
    • highway=path
    • foot=designated
    • name=Feldberg-Titisee-Weg
  4. Speichern: Fügen Sie in der Beschreibung den Hinweis „Quelle: LGL Baden-Württemberg, 2025“ hinzu.
  5. App-Nutzung: Nach 1–2 Wochen ist der Weg in Komoot/Outdooractive verfügbar.

 

5. Wichtige Hinweise

  • Lizenzierung: OSM-Daten stehen unter der ODbL-Lizenz. Amtliche LGL-Daten dürfen nur unter Einhaltung der „Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0“ genutzt werden.
  • Qualitätssicherung: Nutzen Sie die OSM-Community-Foren oder lokale Mapping-Events, um Ihre Änderungen zu diskutieren.
  • Aktualisierungszeit: Änderungen in OSM sind meist nach 1–2 Wochen in Apps wie Komoot oder Outdooractive sichtbar.

 


Höhenlinien in topografischen Karten sind für Wanderer essentiell und bieten folgende Hauptnutzen:

Abschätzung der Geländesteigung und des Schwierigkeitsgrads

  • Steilheit erkennen: Die Dichte der Höhenlinien zeigt die Steilheit des Geländes an. Liegen die Linien eng beieinander, ist der Hang steil. Sind sie weit voneinander entfernt, ist das Gelände flach oder sanft ansteigend.
  • Routenplanung: Sie können so steile Anstiege oder Abstiege vermeiden (oder bewusst suchen), indem Sie eine Route planen, die entweder parallel (flach) oder nur leicht quer zu den Höhenlinien verläuft.

 

Bestimmung der Höhe und des Höhenunterschieds

  • Absolute Höhe: Jede Höhenlinie repräsentiert eine spezifische Höhe über dem Meeresspiegel (Normalnull, NN). Sie können anhand der eingezeichneten Höhenlinienzahlen (meist an Zähllinien) Ihre aktuelle Höhe oder die Höhe markanter Punkte bestimmen.
  • Höhendifferenz: Durch das Zählen der Höhenlinien zwischen Start- und Zielpunkt und Multiplikation mit der Äquidistanz (dem konstanten Höhenunterschied zwischen zwei benachbarten Linien, der in der Legende steht) können Sie die Gesamthöhenmeter (Auf- und Abstieg) Ihrer Tour berechnen. Dies ist wichtig für die Einschätzung der Kondition und die realistische Zeitplanung.

 

Identifizierung von Geländeformen

  • Geländeformen: Die Form der Höhenlinien hilft Ihnen, spezifische Geländeformen zu identifizieren, was für die Orientierung im Gelände unerlässlich ist:
    • Gipfel/Kuppe: Konzentrische, geschlossene Kreise.
    • Tal: V- oder U-förmige Linien, deren Spitze talaufwärts zeigt (zum höheren Punkt).
    • Kamm/Rücken: U- oder V-förmige Linien, deren Spitze talabwärts zeigt (zum tieferen Punkt).

 

Navigation und Orientierung

  • Position: Zusammen mit anderen Kartenmerkmalen und einem Kompass helfen Ihnen die Höhenlinien, Ihre Position im Gelände zu verifizieren, indem Sie die Geländeform in der Karte mit der tatsächlichen Form in der Natur abgleichen.
  • Marschzahl: Sie können die Steigungsinformationen nutzen, um eine realistischere Einschätzung der benötigten Gehzeit zu treffen, da Steigung und Gefälle die Gehgeschwindigkeit stark beeinflussen (Faustregel: ca. 300 Höhenmeter Aufstieg pro Stunde zusätzlich zur Gehzeit der Horizontalentfernung).