Skip to main navigation Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

SOS - Kein Netz = Kein Notruf!

SOS-Notruf-Funktion (112) Die SOS-Notruf-Funktion ermöglicht es Nutzern, im Notfall mit einem Knopfdruck die europaweite Notrufnummer 112 zu wählen. Die App übermittelt automatisch den aktuellen Standort an die Rettungskräfte, selbst bei schlechtem Netzempfang oder ohne SIM-Karte. Dies beschleunigt die Hilfe und erhöht die Sicherheit in abgelegenen Gebieten wie dem Schwarzwald oder den Alpen. Ideal für Wanderer, Mountainbiker und Outdoor-Enthusiasten, die allein unterwegs sind.

Echtzeit-Standortfreigabe (Live-Tracking) Mit der Echtzeit-Standortfreigabe können Nutzer ihre Position kontinuierlich mit vertrauten Personen teilen. Besonders nützlich für Gruppenaktivitäten oder Solo-Touren: Freunde und Familie sehen den Live-Standort auf einer Karte. Im Notfall erleichtert dies die Suche. Die Funktion lässt sich flexibel aktivieren und deaktivieren, um Datenschutz und Akkulaufzeit zu schonen – ein Muss für sichere Outdoor-Abenteuer.

Notfallkontakte Notfallkontakte sind vorab hinterlegte Kontakte, die im Ernstfall automatisch benachrichtigt werden. Die App sendet ihnen eine SMS oder Push-Nachricht mit dem aktuellen Standort und einem Hilferuf. So können vertraute Personen schnell reagieren oder Rettungskräfte informieren. Praktisch für alle, die in unwegsamem Gelände unterwegs sind – ob beim Wandern, Radfahren oder Bergsteigen.

Offline-Notfallinformationen Offline-Notfallinformationen speichern lebenswichtige Daten wie Blutgruppe, Allergien oder Medikamente direkt auf dem Gerät. Selbst ohne Internetzugang sind diese Informationen für Rettungskräfte abrufbar. Nutzer können zudem Notfallanleitungen oder Erste-Hilfe-Tipps offline hinterlegen. Eine essentielle Funktion für abgelegene Touren, wo Mobilfunknetze oft unzuverlässig sind.

BuddyBeacon oder Gruppen-Tracking BuddyBeacon oder Gruppen-Tracking ermöglicht es Gruppenmitgliedern, ihre Standorte gegenseitig zu verfolgen. Ideal für geführte Touren, Familienausflüge oder Vereinsaktivitäten: Jeder sieht, wo sich die anderen befinden. Bei Abweichungen oder Stillstand werden Warnungen gesendet. So bleibt die Gruppe zusammen und kann im Notfall schnell handeln – besonders wertvoll in unübersichtlichem Gelände.

Wetterwarnungen und Gefahrenhinweise Die App warnt Nutzer in Echtzeit vor extremen Wetterbedingungen wie Gewittern, Sturm oder Lawinen. Gefahrenhinweise zu Hochwasser, Waldbränden oder Sperrgebieten werden ebenfalls angezeigt. Durch die Integration lokaler Wetterdienste und Behördenmeldungen bleiben Outdoor-Fans stets informiert und können ihre Touren rechtzeitig anpassen. Sicherheit geht vor – besonders in den Alpen oder Vogesen.

Integration mit Rettungsdiensten Die direkte Integration mit Rettungsdiensten wie Bergwacht oder DRK ermöglicht eine schnellere und präzisere Alarmierung. Bei einem Notruf werden nicht nur Koordinaten, sondern auch gesundheitsrelevante Daten übermittelt. Dies verkürzt die Reaktionszeit und verbessert die Einsatzplanung. Eine lebensrettende Funktion für alle, die in abgelegenen oder risikoreichen Gebieten unterwegs sind.

SOS-Notruf ohne Mobilfunknetz

Auch ohne Mobilfunknetz können moderne Outdoor-Apps im Notfall Hilfe alarmieren: Viele Geräte nutzen Satellitenkommunikation (z. B. über GPS-Satelliten oder spezielle Notrufsysteme wie Galileo Search and Rescue). Sobald der Nutzer die SOS-Funktion aktiviert, wird ein Signal an Rettungsdienste gesendet – inklusive Standortdaten. Diese Technologie funktioniert weltweit, selbst in abgelegenen Gebieten wie den Alpen oder dem Schwarzwald. Wichtig: Einige Apps erfordern ein Satelliten-Abo (z. B. Garmin inReach), während andere (wie die EU-Notruf-App 112.whereareyou) auch ohne zusätzliche Hardware Notrufe über alternative Netzwerke weiterleiten. Ideal für Extremtouren, wo Handynetz fehlt!

Die EU-Notruf-App 112.whereareyou (und die EU-Notrufnummer 112 selbst) ist in abgelegenen Regionen nur begrenzt zuverlässig, wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Funktionsweise ohne Netz: Die 112 wählt sich automatisch in jedes verfügbare Mobilfunknetz ein – auch in fremde Netze („Roaming“). Das bedeutet: Selbst wenn dein eigener Anbieter keinen Empfang hat, wird der Notruf weitergeleitet, sobald irgendwo ein Netz (auch ein ausländisches) erreichbar ist. Das funktioniert EU-weit und in vielen weiteren europäischen Ländern.
  • Kein Netz = Kein Notruf: Gibt es gar keinen Mobilfunkempfang („totales Funkloch“), kommt der Notruf über die 112 nicht durch – auch nicht über die App. In solchen Fällen helfen nur Satellitentelefone oder spezielle Satelliten-Notrufsysteme (z. B. Garmin inReach, iPhone 14/15 mit Satelliten-SOS).
  • Standortübermittlung: Falls ein Netz verfügbar ist, werden Standortdaten meist automatisch an die Rettungsleitstelle übermittelt. Ohne Netz ist das nicht möglich.
  • Alternative Lösungen: In abgelegenen Gebieten (z. B. Alpen, Schwarzwald) werden zunehmend stationäre Notrufsäulen oder Satelliten-Notrufsysteme eingesetzt, da Mobilfunknetze dort oft lückenhaft sind.

Fazit: Die 112.whereareyou-App ist ein guter Ansatz, aber in Regionen ohne Mobilfunknetz nicht zuverlässig. Für Extremtouren empfiehlt sich zusätzliche Ausrüstung wie ein Satelliten-Notrufgerät.


Für übliche Smartphones gibt es keine App, die direkt Satelliten-Telefonie ermöglicht – zumindest nicht ohne zusätzliche Hardware. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Keine reine App-Lösung: Aktuell (Stand 2025) gibt es keine Smartphone-App, die allein über das Smartphone eine Satelliten-Telefonverbindung herstellen kann. Satellitenkommunikation erfordert spezielle Hardware, da normale Smartphones keine direkte Satellitenverbindung für Sprachtelefonie unterstützen.
  • Lösungen mit Zusatzgeräten: Es gibt jedoch Geräte wie das Iridium GO!, das per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden wird und so Satelliten-Telefonie ermöglicht. Die dazugehörige App (z. B. Iridium GO! App) nutzt dann das Satellitennetzwerk für Anrufe und SMS – auch in abgelegenen Gebieten ohne Mobilfunknetz.
  • Starlink für Smartphones: Starlink arbeitet an einer Lösung für direkte Satellitenverbindungen zu Smartphones („Direct-to-Cell“), die voraussichtlich ab 2025 schrittweise eingeführt wird. Bis dahin sind jedoch spezielle Hardware oder Partnerschaften mit Smartphone-Herstellern nötig.
  • VoIP-Apps (kein Satellit): Apps wie „Satellite“ (von Sipgate) bieten zwar Telefonie über das Internet (VoIP) und sind unabhängig von der SIM-Karte, benötigen aber eine Datenverbindung (WLAN oder mobiles Netz) – sie funktionieren nicht über Satelliten.

Fazit: Für echte Satelliten-Telefonie brauchst du aktuell ein Zusatzgerät wie Iridium GO! oder ein Satellitentelefon. Reine Smartphone-Apps ohne Hardware können das (noch) nicht leisten.


Erste Hilfe: Notruf-Ortung über das Smartphone

von Lars Schmitz-Eggen, 25. Januar 2019

Erste Hilfe, Ersthelfer, Leitstelle, Notruf, RettungsdienstBremen (rd_de) – Tritt ein medizinischer Notfall ein, gilt in den meisten Ländern Europas: den Notruf 112 wählen. Häufig sind Ersthelfer aber in ihnen unbekannten Gebieten unterwegs und können nicht genau beschreiben, wo der Einsatzort sich befindet. Die Anrufer nehmen an, die Leitstelle könne sie genau orten. Doch dies ist ein Irrtum. Hier unsere Tipps, wie Sie in dieser Situation Ihre Position mit Ihrem Smartphone bestimmen können.

Ein Mountainbiker stürzt im Wald und bleibt regungslos liegen. Zufällig beobachtet ein Spaziergänger den Vorfall und setzt über die 112 einen Notruf ab. Doch als der Disponent ihn nach der Einsatzstelle fragt, muss der Spaziergänger passen. Der Mann weiß nicht, wo er sich befindet.

Situationen wie diese ereignen sich häufig. Was also tun, wenn der Standort nicht ermittelt werden kann?

Notruf: Ortung über den Mobilfunksender
Zunächst ist es der Leitstelle möglich, die Funkzelle des Anrufers auszumachen. Die “Verordnung über Notruf Verbindungen” (NotrufV) nimmt den Mobilfunk-Anbieter bei einem Notruf in die Pflicht, der Leitstelle den Mobilfunksender mitzuteilen, über den der Ersthelfer oder die verletzte Person anruft.

Diese Ortung via GSM (Global System for Mobile Communications) ist allerdings häufig ungenau. Grund: Außerorts kann die Funkzelle eines Mobilfunksenders mehrere Quadratkilometer betragen. Zur Erinnerung: Ein Quadratkilometer entspricht der Größe von etwa 140 Fußballfeldern! Weiterhin verfügen noch nicht alle Leitstellen über die Möglichkeiten, diese Daten direkt abzurufen.

Notruf: Ersthelfer muss GPS-Koordinaten selbst durchgeben
Gesetzlich nicht festgelegt, aber wesentlich genauer ist das Global Positioning System (GPS). Zudem ist in nahezu allen neueren Mobiltelefonen ein GPS-Empfänger verbaut, mit dessen Hilfe ein Ersthelfer der Leitstelle seinen Standort auf wenige Meter genau mitteilen kann.

Noch genauer kann eine Position bestimmt werden, wenn sich in der Nähe mehrere öffentliche WLAN-Spots befinden. Dann kann das Smartphone anhand der Signalstärke der verfügbaren kabellosen Netze und zusammen mit den GPS-Koordinaten eine so genannte “hybride Lokalisierung” berechnen.

Wer Erste Hilfe leistet beziehungsweise sich in einer Notsituation befindet, muss seinen Standort jedoch selbst ermitteln und der Leitstelle durchgeben. Auch die Polizei kann lediglich eine GSM-Ortung beim Netzanbieter beantragen.

Erste Hilfe durch kostenlose GPS-Apps
Auf dem Markt existiert eine Vielzahl kostenloser Apps für diesen Zweck. Beispielhaft erwähnt werden hier die App “Einfach hier” (iOS) oder die App “Standort” (Android). Beim iPhone ist es ferner möglich, sich die GPS-Koordinaten über den integrierten Kompass anzeigen zu lassen.

Anleitung für iPhone:
Eigentlich als Datenkrake in Verruf geraten, hat WhatsApp einen großen Vorteil: Mehr als 35 Millionen Menschen nutzen Medienberichten zufolge den Nachrichtendienst in Deutschland. Daher setzen einige Leitstellen die App auch ein, um Ersthelfer oder Hilfsbedürftige zu orten, die einen Notruf abgesetzt haben. Zum Beispiel die Leitstellen Düsseldorf und Brandenburg. Der Disponent hat dort ein Gerät zur Verfügung, auf dem WhatsApp installiert ist. Geht ein Notruf bei ihm ein, leitet er das Unfallopfer oder den Ersthelfer an, sein Smartphone richtig einzustellen und die Standortkoordinaten zu senden.

Anleitung für WhatsApp:
Es gibt sogar eine App speziell für Waldgebiete: “Hilfe im Wald”. Diese zeigt nicht nur die eigene GPS-Position an, sondern zusätzlich die in der Nähe befindlichen Rettungspunkte. Rettungspunkte sind Anfahrtsstellen für Rettungsfahrzeuge. Sie sind in vielen Wäldern Deutschlands vorhanden und durch Schilder mit einer speziellen Nummer markiert (wir berichteten). Allerdings weicht das optische Design der Schilder regional stark ab. In einigen Bundesländern sind zudem bislang keine Rettungspunkte vorhanden.

Anleitung für Hilfe im Wald
Ähnlich wie die Rettungspunkte, existiert im Schwarzwald seit August 2017 ein Netz von Wegepunkten für Wanderer. Die Punkte sind auf den öffentlichen Schildern für die Wanderrouten zu sehen. Telefoniert ein Ersthelfer mit der Leitstelle, kann er einen Wegepunkt durchgeben. Der Disponent findet den Punkt samt Koordinaten in seinem System und kann dann den Rettungsdienst zu der Stelle leiten.


Notrufortung mit Advanced Mobile Location (AML)

Eines der größten Probleme bei der Bearbeitung von Notrufen ist die Ermittlung des Standortes. Gerade wenn der Notruf über Mobilfunk in der Rettungsleitstelle eingeht, ist es dem Disponenten nur über eine genaue Abfrage möglich in Erfahrung zu bringen, wohin die Rettungskräfte entsendet werden sollen (“Wo genau ist der Notfallort?”).  In Extremsituationen kann aber der Notrufende meist sehr schwer oder ungenau erklären, wo er sich befindet. Noch schwieriger wird dies an Orten ohne feste Adresse, beispielsweise außerhalb von Ortschaften, in Wäldern und Naherholungsgebieten oder am Strand, alleine in unserem Leitstellenbereich befinden sich 200 Kilometer Küste zur Ostsee, gerade bei gutem Wetter mit vielen Touristen. Hier kann “AML” helfen den Notrufenden genau zu Orten.

Wie funktioniert AML ?
Advanced Mobile Location (kurz AML, zu Deutsch: fortschrittliche mobile Ortung) ist ein Dienst in modernen Smartphones, welcher bei der Wahl des Notrufes die aktuelle Position übermittelt. Das Mobiltelefon erkennt dabei wann es sich um einen Notruf handelt (z.B. Wahl der 112), aktiviert die interne Ortungsfunktion (GPS) und sendet die Positionsdaten automatisch zur Notrufzentrale. Die Übermittlung erfolgt wahlweise über das Internet (LTE, UMTS, EDGE oder WLAN) oder als Daten-SMS. AML ist keine separate App, sondern ist direkt in das Betriebssystem des Smartphones integriert.

Kann die Positionsübermittlung beim Notruf deaktiviert werden?
Die Positionsübermittlung beim Notruf ist standardmäßig im Smartphone aktiviert. Solange keine Notrufnummer aktiv gewählt wird, ist keine Ortung des Smartphones durch die Leitstelle möglich. Erst wenn die Notrufnummer gewählt wird, werden die Positionsdaten ermittelt und an die Leitstelle gesendet. Eine Deaktivierung ist über die Einstellungen bei einigen Android-Versionen möglich. Wir empfehlen aber nicht, die Positionsübermittlung beim Notruf zu deaktivieren. Notfälle und Notfallorte sind nicht vorhersehbar und jede Person kann in eine Notlage geraten, in der schnelle Hilfe notwendig ist. Notfälle stellen Ausnahmesituationen dar und nicht immer weiß der Notrufende in der Stresssituation wo er sich genau befindet. Der AML-Dienst dient einzig und allein Ihrer eigenen Sicherheit.

Welche Smartphones unterstützen die Technik?
Google unterstützt AML in seinen Android-Smartphones bereits teilweise ab der Version 2.3 (in Abhängigkeit vom Hersteller des Smartphones). Vollständig wird es bei allen Android-Smartphones mit Android One und Android 10 unterstützt. Google selbst spricht dabei vom sog. “Emergency Location Service” (ELS). Apple unterstützt AML ab iOS 13.3 .Die Untersützung von anderen Herstellern wie z.B. Microsoft ist nicht bekannt. Weitere Informationen hierzu gibt es bei den Herstellern der Betriebssysteme der Endgeräte

Apple (https://support.apple.com/de-de/HT204040)

Google (https://crisisresponse.google/emergencylocationservice/how-it-works/)

Situation in Deutschland
In Deutschland betreiben die integrierte Leitstelle in Freiburg (Freiburg-Breisgau-Hochschwarzwald) und die Feuerwehr Berlin zwei Endpunkte, an welche alle AML-Daten durch die Smartphones übertragen werden. Das Verfahren ist datenschutzrechtlich geprüft und freigegeben. Alle Rettungsleitstellen können über eine gesicherte Datenverbindung die Notrufdaten abrufen, sofern sie über einen entsprechenden Zugang zum System verfügen. Die Daten liegen für max. eine Stunde vor und werden primär per Datenverbindung vom Smartphone an die Server übertragen. Die Übertragung mittels Daten-SMS befindet sich aktuell in der Umsetzung. Die Übermittlung der Notrufdaten ist kostenfrei.

Was wird übermittelt?
Da die Sensoren des Smartphones nicht sofort die genaue Position ermitteln können, werden während des Notrufes die aktuellen Standortdaten mehrfach gesendet. So wird eine möglichst genaue Angabe zur aktuellen Position erreicht. Die ersten Daten werden gesendet sobald sie verfügbar sind, dann jeweils ca. 10, 20, und 30 Sekunden nach wählen des Notrufes. So können im besten Fall insgesamt 4 Datensätze mit folgenden Informationen übertragen werden:

  • Nummer des Notrufenden
  • gewählte Notrufnummer (112)
  • Zeitpunkt der Wahl des Notrufes
  • Positionsdaten (Breiten- und Längengrad)
  • Höhe in Metern
  • Genauigkeit der Daten
  • Quelle der aktuellen Position (GPS, Wifi)
  • Richtung und Geschwindigkeit des Notrufenden (wenn in Bewegung)
  • Notrufortung per AML (Genauigkeit im Beispiel 24 Meter)

Wie genau kann die Postion per AML sein?
Die Genauigkeit der übermittelten Position hängt von den äußeren Umständen ab. Bei gutem GPS-Empfang sind Genauigkeiten mit einem Unsicherheitsradius im einstelligen Bereich möglich.

Vorteile von AML:
AML ist schneller, einfacher und vor allem genauer als die bisher genutzten Techniken zur Ortung von Notrufen (vgl. Standortermittlung nach TR-Notruf)
Es ist im Betriebssystem der Smartphones integriert und bedarf keiner zusätzlichen App. Einfach 112 wählen.
Datenschutz ist gewährleistet.

Grenzen von AML:
Ältere Smartphones und Mobiltelefone unterstützen AML nicht.
Wenn keine Netzverbindung besteht können auch keine Daten (Standort) übertragen werden.
Die Ortung über Wifi (WLAN) kann fehlerhaft sein, wenn der WLAN-Router kurz zuvor an einem anderen Standort verbaut war.

Quelle
https://www.irls-sued.de/notrufortung/
https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/2024/11/14/wie-standortdaten-bei-notrufen-leben-retten/ 


Notrufsysteme für Bergtouren: Satellitentelefonie

Nun also zur echten Satellitentelefonie, die oft immer noch mit hohen Kosten und Expeditionen in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich halten sich die Gebühren mit rund einem Euro bzw. US-Dollar pro Gesprächsminute in vertretbaren Grenzen, Anrufer von außen zahlen etwas mehr. Die genauen Konditionen hängen von den Vertragsbedingungen ab, wie im Mobilfunknetz gibt es auch hier Prepaid- und Postpaid-SIM-Karten.

Die Telefone selbst kosten zwischen etwa 500 und 1200 Euro. Zu beachten ist, dass man sich schon beim Gerätekauf für eines der vier Satellitennetze entscheidet: Globalstar, Inmarsat, Iridium oder Thuraya. Nicht jeder Netzbetreiber deckt die gesamte Erdoberfläche ab, Iridium bietet hier einige Vorteile.

Für diesen Praxistest verwenden wir das Satellitentelefon Inmarsat IsatPhone 2 für rund 800 Euro, das abgesehen von den Polargebieten überall auf der Welt funktioniert. Das Telefon ist mit knapp 320 Gramm und Maßen von 16,9 x 5,2 x 2,9 Zentimeter (ohne Antenne) zwar deutlich größer als ein Smartphone, aber durchaus noch handlich.

Neben der klassischen Telefonie bietet das IsatPhone 2 einen Trackingmodus, der die GPS-Position in einstellbaren Intervallen verschickt. Das Gleiche gilt für den integrierten SOS-Knopf. Dieser kann so programmiert werden, dass auf Knopfdruck an vorab eingegebene Empfänger die aktuellen Koordinaten übermittelt und automatisch ein Anruf aufgebaut wird. Zudem ist das Telefon trotz der vielen Funktionen sehr einfach zu bedienen und arbeitete bei unseren Tests stets zuverlässig.

Der Adapter Thuraya SatSleeve+ (Abbildung) versieht ein iPhone oder Android-Smartphone mit der Möglichkeit, über Satellit zu telefonieren.

Neben der klassischen Telefonie bietet das IsatPhone 2 einen Trackingmodus, der die GPS-Position in einstellbaren Intervallen verschickt. Das Gleiche gilt für den integrierten SOS-Knopf. Dieser kann so programmiert werden, dass auf Knopfdruck an vorab eingegebene Empfänger die aktuellen Koordinaten übermittelt und automatisch ein Anruf aufgebaut wird. Zudem ist das Telefon trotz der vielen Funktionen sehr einfach zu bedienen und arbeitete bei unseren Tests stets zuverlässig.

So praktisch dieses Telefon oder ein Satelliten-Adapter fürs Smartphone wie das Thuraya SatSleeve+ (ca. 550 Euro) ist, so haben sie im Notfall unter Umständen einen entscheidenden Nachteil. Denn wie GPS benötigt auch die Satellitentelefonie direkten Sichtkontakt zu den Erdtrabanten. Weil nun die geostationären bzw. geosynchronen Satelliten dieser Netze über dem Äquator stehen, verdecken Berge in der Nähe die "Sicht" umso stärker, je weiter man sich vom Äquator entfernt.

Diesen prinzipiellen Nachteil vermeiden die beiden im Folgenden beschriebenen Tracking- und Notrufsysteme von DeLorme/Garmin und Spot. Beide Geräte arbeiten mit LEO-Satelliten (Low-Earth-Orbit-Technik), bei denen in eingeschnittenen Alpentälern zwar ebenfalls die Sichtverbindung zu den Satelliten abbrechen kann, allerdings immer nur zeitweise.

Quelle: www.alpin.de/sicher-am-berg/11552/artikel_notrufsysteme_das_muessen_sie_wissen.html