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Vorbereitung auf Notfälle bei längeren Touren

Eine gründliche Vorbereitung auf Notfälle ist entscheidend, um bei längeren Outdoor-Touren sicher unterwegs zu sein. Hier sind die wichtigsten Schritte und Maßnahmen, die Sie vor, während und nach der Tour beachten sollten:

 

1. Planung und Vorbereitung vor der Tour

a) Routenplanung und -analyse

  • Detaillierte Routenplanung:
    • Nutzen Sie Outdoor-Apps (z. B. Komoot, Outdooractive, Mapy.cz), um die Route im Voraus zu planen.
    • Prüfen Sie Höhenprofile, Distanz, Schwierigkeitsgrad und Schlüsselstellen (z. B. steile Passagen, Flussquerungen).
  • Alternativrouten:
    • Planen Sie Alternativrouten oder Ausweichmöglichkeiten für den Fall von Sperrungen oder unerwarteten Hindernissen.

b) Wettercheck und Gefahrenhinweise

  • Wettervorhersage:
    • Prüfen Sie die Wettervorhersage für die gesamte Tour (z. B. mit Meteoblue, Bergfex, DWD).
    • Achten Sie auf Unwetterwarnungen, Temperaturschwankungen und lokale Wetterphänomene (z. B. Gewitter in den Bergen).
  • Gefahrenhinweise:
    • Informieren Sie sich über lokale Gefahren wie Lawinen, Steinschlag, Hochwasser oder Waldbrandrisiko.

c) Notfallkontakte und Kommunikation

  • Notfallkontakte hinterlegen:
    • Speichern Sie wichtige Notfallkontakte (z. B. Bergrettung, Familie, Freunde) in Ihrem Handy und teilen Sie diese mit Ihrer Begleitung.
  • Kommunikationsplan:
    • Legen Sie fest, wie und wann Sie mit Ihren Notfallkontakten kommunizieren (z. B. regelmäßige Check-ins).
  • Notfall-Apps:
    • Installieren Sie Notfall-Apps wie EchoSOS, Rega-App (Schweiz) oder lokale Rettungs-Apps.

 

2. Ausrüstung für Notfälle

a) Erste-Hilfe-Ausstattung

  • Erste-Hilfe-Set:
    • Nehmen Sie ein kompaktetes Erste-Hilfe-Set mit, das Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Schmerztabletten, Blasenpflaster und eine Rettungsdecke enthält.
  • Persönliche Medikamente:
    • Packen Sie persönliche Medikamente (z. B. Allergiemedikamente, Asthmaspray) ein.

b) Navigationshilfen

  • Karten und Kompass:
    • Nehmen Sie eine physische Karte und einen Kompass als Backup mit, falls die Technik versagt.
  • GPS-Gerät oder Smartphone:
    • Nutzen Sie ein GPS-Gerät oder Smartphone mit Offline-Karten (z. B. OsmAnd+, Gaia GPS).
  • Powerbank:
    • Nehmen Sie eine Powerbank mit, um Ihr Smartphone oder GPS-Gerät unterwegs aufzuladen.

c) Notfallausrüstung

  • Notfallausrüstung:
    • Taschenlampe oder Stirnlampe (mit Ersatzbatterien).
    • Pfeife und Signalflagge, um auf sich aufmerksam zu machen.
    • Taschenmesser oder Multitool.
    • Feuerzeug oder Sturmfeuerzeug.
  • Nahrung und Wasser:
    • Nehmen Sie ausreichend Wasser und energiereiche Snacks (z. B. Müsliriegel, Nüsse) mit.
    • Packen Sie eine Notfallration für unvorhergesehene Verzögerungen ein.

d) Kleidung und Schutz

  • Wetterfeste Kleidung:
    • Tragen Sie wetterfeste Kleidung (z. B. Regenjacke, Fleece, Mütze) im Zwiebellook, um sich an wechselnde Bedingungen anpassen zu können.
  • Sonnen- und Insektenschutz:
    • Nehmen Sie Sonnencreme, Sonnenbrille und Insektenschutzmittel mit.

 

3. Verhalten während der Tour

a) Regelmäßige Pausen und Check-ins

  • Pausen einlegen:
    • Planen Sie regelmäßige Pausen ein, um Erschöpfung vorzubeugen.
  • Check-ins:
    • Informieren Sie Ihre Notfallkontakte regelmäßig über Ihren Standort und Zustand (z. B. per SMS oder Notfall-App).

b) Orientierung und Navigation

  • Regelmäßige Standortkontrolle:
    • Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Standort auf der Karte oder im GPS-Gerät, um sicherzustellen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.
  • Markierungspunkte:
    • Nutzen Sie markante Punkte (z. B. Gipfel, Flüsse) zur Orientierung.

c) Risikomanagement

  • Gefahren erkennen:
    • Achten Sie auf Anzeichen von Gefahren wie Wetterumschwung, rutschiges Gelände oder Müdigkeit.
  • Flexibilität:
    • Seien Sie bereit, Ihre Route anzupassen oder die Tour abzubrechen, wenn die Bedingungen zu riskant werden.

 

4. Verhalten im Notfall

a) Ruhe bewahren und Situation einschätzen

  • Ruhe bewahren:
    • Atmen Sie tief durch und bewerten Sie die Situation nüchtern.
  • Erste Hilfe leisten:
    • Versorgen Sie Verletzungen mit Ihrem Erste-Hilfe-Set.

b) Hilfe anfordern

  • Notruf absetzen:
    • Rufen Sie die lokale Notrufnummer (z. B. 112 in Europa) an oder nutzen Sie die SOS-Funktion Ihrer Outdoor-App.
  • Standort mitteilen:
    • Geben Sie Ihren genauen Standort an (z. B. GPS-Koordinaten, markante Punkte in der Nähe).

c) Signal geben

  • Sicht- und Hörsignale:
    • Nutzen Sie eine Pfeife, Signalflagge oder die Taschenlampe, um auf sich aufmerksam zu machen.
  • Rettungszeichen:
    • Legen Sie internationale Rettungszeichen (z. B. großes "X" aus Steinen) aus, falls Sie aus der Luft gesucht werden.

d) Wärmeerhalt und Schutz

  • Rettungsdecke nutzen:
    • Eine Rettungsdecke schützt vor Unterkühlung oder Überhitzung.
  • Unterkunft improvisieren:
    • Bauen Sie bei Bedarf einen Notunterschlupf aus natürlichen Materialien.

 

5. Nach der Tour

a) Ausrüstung überprüfen

  • Ausrüstung kontrollieren:
    • Überprüfen Sie Ihre Ausrüstung auf Schäden oder Verlust und ergänzen Sie Verbrauchsmaterialien (z. B. Verbandsmaterial, Wasser).

b) Erfahrungen reflektieren

  • Lessons Learned:
    • Besprechen Sie mit Ihrer Gruppe, was gut lief und was verbessert werden kann.
  • Feedback geben:
    • Melden Sie fehlende oder ungenaue Informationen in Outdoor-Apps, um anderen Nutzern zu helfen.