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Bhf. Ötztal - Bielefelder Hütte - Meran

Start im Ötztal mit einer kleinen Runde über Winnebachseehütte, dann über Obergurgl zum Ramolhaus und zur Langtalereckhütte, Überquerung des Langtalerjochs und zur Stettiner Hütte. Durchstieg der Johannesscharte zur Lodnerhütte und Ausklang auf dem Meraner Höhenweg Richtung Meran.

Zu dritt starteten wir am Ötztal-Bahnhof mit dem Ziel Meran, um uns in den ersten Tagen zu akklimatisieren. Unsere Route führte von der Bielefelder Hütte (gut) über die Dortmunder Hütte (keine Empfehlung) zur Schweinfurter Hütte (sehr zu empfehlen) und weiter zur Winnebachseehütte (schöner Ausgangspunkt zum Aufstieg auf den Seeblaskogel). Dazwischen ging es durch die Finstertaler Scharte auf einer schwarzen Route. Aufgrund eines Wetterumschwungs am 8. Juli 2025 war der Aufstieg zum Ramolhaus winterlich und die Temperaturen am Ramolhaus betrugen −4 °C. Der Abstieg zur Picardbrücke (140 m) war trotz des Schnees unkompliziert, allerdings mussten wir dabei auf brechende und herabfallende Eisbrocken achten. Kurzer Abstecher zum Hochwildehaus der Sektion Karlsruhe, das seit 2020 "außer Betrieb" ist.

Von der Langtalereckhütte aus gibt es seit 2023/24 einen gletscherfreien Übergang über das Langtalerjoch nach Italien, der parallel zum Langtalerferner verläuft. Der Weg vom Joch Richtung Stettiner Hütte ist wenig begangen, kaum erkennbar und schwierig zu begehen. Er mündet in den Aufstieg zur Stettiner Hütte. Von hier aus gab es verschiedene Wegemöglichkeiten und wir entschieden uns für den schwierigen Aufstieg über die Johannesscharte in Richtung Lodnerhütte. Wir stiegen zur Nasereithütte ab und folgten ab hier dem einfach zu begehenden Meraner Höhenweg über Hochganghaus und Oberhochmuthof nach Meran.

Autorentipp

Den Meraner Höhenweg als Abschlussstrecke zu nehmen und eine Übernachtung in einem Tiroler Gasthof oder Hotel garantiert die Ausstellung einer ÖPNV-fähigen Gästekarte für ganz Tirol. Unsere Übernachtung im Oberhochmuthof der Familie Pircher garantierte uns nicht nur die Superleistung der Tirol-Card, sondern eine überraschend gute Küche vom eigenen Hof/Alm.

Weitere Infos und Links

Die Tourvorbereitung mit Outdooractive oder Alpenvereinaktiv ist für mich Voraussetzung. Um Übernachtungsmöglichkeiten und spezielle Herausforderungen entlang der Strecke zu erkennen, halte ich Mapy.cz bzw. OSM+And (in beiden Fällen das Kartenmaterial offline speichern) für geniale Lösungen.

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Anfahrt zum Ötztal-Bahnhof, Acherkogelbahn zur Bielefelder Hütte. Nach Abstieg von Winnebachseehütte ab Gries Ruftaxi nach Längenfeld, Bus bis Obergurgl. Ab Meran mit Tirolkarte bis schweizer Grenze (Ziel Zernez (CH)). Per Rätische Bahn ab Zernez nach Landquart, Zürich, Basel SBB nach Freiburg usw.
Empfehle vorbereitend folgende Apps: DB Navigator, SBB Mobile, ÖBB Tickets, Südtirol Guide. Zu Übersicht über mögliche Verkehrsanbindungen Rome2Rio.

Anfahrt

Der Ötztal-Bahnhof liegt an der Strecke Zürich - Innsbruck und ist sowohl ab Freiburg/Basel wie von München/Innsbruck einfach zu erreichen. Eine Anfahrt per PKW ist unsinnig.

Nebeneffekte

Die Planung der Route über die App des Alpenvereins ermöglichte es, diese in verschiedenen Kartendarstellungen zu betrachten. Von der Standardkarte (Outdooractive) über Topo und die Alpenvereinskarte bis hin zu Harvey Maps (GB), Freytag & Berndt und der Kompass-Karte (Wanderkarte) sowie den verfügbaren Layern war es möglich, sich einen guten Überblick über die Bedingungen auf den Wegen, Schlüsselstellen und die Geländebeschaffenheit zu verschaffen. Darüber hinaus waren die Informationen über die Hangneigung, Hinweise und Sperrungen, vor allem aber die Fotos, eine interessante Ergänzung, um entspannt an diese Strecke heranzugehen. Überraschend war der Wintereinbruch mit einer Schneefallgrenze von 2.220 m und 25 cm Schnee. Die Sicherungsstellen vor der Piccard-Brücke, die Steighilfe am Langtalerjoch und der Abgang über das Schrofengelände auf der Südseite sowie die Sicherungskonstruktion in der Johannesscharte waren uns bereits bekannt und wurden von uns als „machbar” und „kein Problem” eingestuft. Damit hat sich der wichtige Grundsatz bestätigt, dass eine solide Vorbereitung die Grundlage für eine alpine Tour darstellt.